Wer im Chemikalienschutzanzug in eine Zone geht, hat gut zwanzig Minuten. Die Frage ist, wofür man sie ausgibt — fürs Nachsehen oder fürs Handeln.
Die Einsatzzeit unter Chemikalienschutzanzug ist wegen der körperlichen und psychischen Belastung auf etwa 20 bis 25 Minuten begrenzt; nach FwDV 500 sollen Isoliergeräte unter isolierender Schutzkleidung ohnehin höchstens 30 Minuten genutzt werden. In dieser Spanne muss alles passieren: hin, sehen, messen, zurück.
Dazu kommt, was ein einziger Vorstoß an Struktur bindet. Ein Trupp im CSA braucht einen Sicherheitstrupp, einen aufgebauten Dekon-Platz und Personal, das ihn wieder herausholt und dekontaminiert. Die Entscheidung, jemanden hineinzuschicken, ist deshalb nie nur eine Entscheidung über diese eine Person.
Der Kern der Sache: Ein großer Teil dieser Vorstöße dient dem Feststellen, nicht dem Handeln. Was tritt aus, wie weit hat es sich ausgebreitet, ist die Zone frei. Genau diesen Teil kann ein Fahrzeug übernehmen — und die begrenzte Zeit im Anzug bleibt für das, was tatsächlich Hände braucht.
Vier Aufgaben, die sich sensorisch und mechanisch abbilden lassen — und die heute jeweils einen Vorstoß im Anzug kosten.
Feststellen, ob ein Bereich betreten werden darf. Nach DGUV Regel 113-004 umfasst das mindestens Sauerstoff, Methan und Kohlendioxid, je nach Lage zusätzlich Schwefelwasserstoff und Kohlenmonoxid — gemessen dort, wo später jemand steht, nicht am Rand. Weil bei den meisten Arbeiten in Schächten und Behältern dauerhaft gemessen werden muss, kann das Fahrzeug auch während der Arbeiten drinbleiben.
Chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive Gefahrstoffe erkennen und die Messwerte einer Position zuordnen. Ergebnis ist kein Einzelwert, sondern ein georeferenziertes Lagebild der Ausbreitung.
Material aufnehmen und nach außen bringen, wo es analysiert werden kann — ohne dass jemand dafür in die Zone muss. Die Probe verlässt den Bereich, der Mensch betritt ihn gar nicht erst.
Gegenstände aus dem kontaminierten Bereich holen, ein Leck abdecken, ein Fass umsetzen, eine Armatur bedienen. Bei größeren Lasten übernimmt die Winde, was der Arm nicht schafft.
Für wiederkehrende Messungen im Normalbetrieb statt in der Lage siehe Anlageninspektion — dieselbe Sensorik, anderer Anlass.